SZ   20.08.17   Überraschung verballert

SV Obernkirchen vergibt bei der 1:4-Niederlage gegen TSV Stelingen fünf Großchancen

OBERNKIRCHEN. Fußball ist manchmal komisch, das gilt auch für die Bezirksliga: Der SV Obernkirchen hat das Heimspiel gegen den von der Spielanlage klar besseren Aufstiegsaspiranten TSV Stelingen verdient mit 1:4 verloren. Das klingt nach einer klaren Sache, war es aber nicht, denn die Hausherren versiebten fünf sogenannte Hundertprozentige und schlichen nach dem Spiel enttäuscht in die Kabine. TSV-Keeper Niklas Michel musste wesentlich mehr Bälle entschärfen als sein gegenüber Florian Hartmann. „Der Stelinger Keeper hat überragend gehalten“, meinte SVO-Trainer Martin Prange.

Das Unheil für sein Team nahm vom Anpfiff weg seinen Lauf, als Ümit Topal nicht gestellt wurde und seine Hereingabe den mitgelaufenen Timo Sandrock fand. Der Torschütze ließ SVO-Keeper Florian Hartmann aus Nahdistanz keine Chance. „Das war vor der Pause der Knackpunkt“, meinte Prange. Seine Mannschaft wirkte gegen starke und immer wieder aufrückende Stelinger verunsichert. Dennoch hätte es nach 13 Spielminuten 1:1 stehen müssen. Moritz Leberke kam nach einer Kopfballverlängerung von Fynn Marzinowski frei an den Ball, scheiterte aber aus drei Metern an Keeper Niklas Michel.

Den Treffer erzielten aber die Gäste. Spielmacher Sascha Pohl setzte sich über die linke Seite ab, passte in die Mitte zu Richard Leimann, gegen dessen 20-Meter-Geschoss Hartmann machtlos war. Kurz vor der Pause vergab Maik Rethmeier – völlig frei vor Michel – die nächste dicke SVO-Chance.

Nach dem Seitenwechsel scheiterte Rethmeier nach feinem Pass von Philipp Gräber frei am TSV-Keeper, der wenige Sekunden später noch einen tückischen Freistoß-Aufsetzer von Gräber entschärfte. Eine Minute später belohnte sich der SVO für sein Engagement: Einen Gräber-Freistoß von der linken Seite bugsierte Jeremy Baraczewski per Kopf aus Nahdistanz in die Maschen – 1:2. Vor allem die löchrige Abwehr machte den Gästen zu schaffen, das Spiel war für kurze Zeit wieder offen. Der SVO-Schwung wurde jäh ausgebremst. Konter der Stelinger, die Gelb-Schwarzen bekamen den Ball nicht aus der Gefahrenzone, und nach einem Foul an der Strafraumgrenze zeigte Schiedsrichter Tobias Kohn auf den Punkt: Marvin Metzig verwandelte den Strafstoß sicher (60.). Leberke scheiterte noch mal frei an Michel (63.), ein weiterer Konter durch Leimann entschied die Partie frühzeitig (70.).

SVO: Hartmann, Brandhorst, Sadra (46. G. Battaglia), Gödecke, Marzinowski, Gräber, Baraczewski, Kartalkus, Matz (80. Adsiz), Rethmeier, Leberke.uk

SZ   18.08.17   Mit breiter Brust in die Kreisstadt

VfL Bückeburg II spielt heute beim FC Stadthagen / SV Obernkirchen empfängt TSV Stelingen

BEZIRK HANNOVER. Am 2. Spieltag in der Bezirksliga Staffel 2 steht ein interessantes Schaumburger Derby auf dem Programm. Der FC Stadthagen empfängt bereits heute Abend die Reserve des VfL Bückeburg. Und die Kreisstädter stehen schon ein wenig unter Druck. Nach der Pleite beim TSV Stelingen sollte das Team von Neutrainer Oliver Nerge einen Dreier einfahren, sonst hängt der FC gleich im Tabellenkeller fest. Dagegen kann die Bückeburger Zweite völlig befreit aufspielen, denn die Elf von Neucoach Jan-Werner Schmitz reist mit drei Punkten im Gepäck ins Jahnstadion.

SV Obernkirchen – TSV Stelingen (So., 15 Uhr): Der erste Punkt ist eingefahren, in Enzen gab es für den SVO ein verdientes Remis. „Die Jungs haben unsere Marschrichtung super umgesetzt, eine gute kämpferische Vorstellung gezeigt“, freut sich Trainer Martin Prange über den unbändigen Einsatzwillen seiner Elf. Dies sei auch die Voraussetzung, dass es mit etwas Zählbarem gegen den letztjährigen Vizemeister klappe. „Wir wollen punkten“, sagt Prange unmissverständlich. Patrick Mittmann fehlt gesperrt, auch Torben Wehmeyer steht nicht zur Verfügung. seb, uk

SZ   14.08.17   SVO reklamiert Handspiel

Obernkirchen erkämpft sich beim TuS SW Enzen ein 1:1-Unentschieden

ENZEN. Der TuS SW Enzen hat sein erstes Punktspiel im Fußball-Bezirk nach mehr als 30 Jahren nicht verloren. Durch eine Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit sicherte sich der Neuling beim 1:1 im Derby gegen den SV Obernkirchen einen Punkt. Allerdings musste der Kreismeister lernen, das permanentes Reklamieren beim Schiedsrichter den einen oder anderen Prozentpunkt bringen kann. Dieses Stilmittel setzten die Bergstädter im Kollektiv geschickt ein.

Beide Trainer freundeten sich nach dem Abpfiff der hart umkämpften, bisweilen sehr hektischen 90 Minuten mit dem Remis an. „Ich denke, es ist unter dem Strich in Ordnung“, meinte SVO-Coach Martin Prange, der die Enzer in der Anfangsphase des Spiels mit Pressing überraschte und aus dem Konzept brachte. Die Schwarz-Weißen verlegten sich auf lange Bälle, zum Teil unkontrolliert nach vorne gedroschen. „Die Pyrmonter haben uns in der vergangenen Woche auch unter Druck gesetzt, nur haben wir uns da wesentlich besser bewegt“, monierte SWE-Coach Fabian Stapel. Nach 14 Minuten wäre sein Team dennoch fast in Führung gegangen, ein Schuss von Nico Steege aus 18 Metern klatschte an die Unterkante der Latte und ins Spielfeld zurück. Die Gäste hatten mehr Glück: Nach einem Freistoß von Kastriot Rexhepi von der rechten Seite kam Jeremy Baraczewski mit dem Kopf an den Ball, der sich per Bogenlampe ins Enzer Tor senkte (33.). Die Obernkirchener zogen sich nun zurück, machten die Räume für den ideenlosen Kreismeister eng und gingen mit der Führung in die Pause.

Die Gastgeber begannen den zweiten Durchgang wesentlich engagierter, setzten den SVO unter Druck, der den Vorsprung mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln verteidigte. Patrick Mittmann übertrieb den Körpereinsatz, sah vom nicht immer sicheren Schiedsrichter Philipp-Pascal Aschendorf aus Wunstorf die Gelb-Rote Karte (54.). „Da ging nach vorne nicht mehr viel“, meinte Prange. Leon Horstmann schloss ein Solo mit dem verdienten Ausgleich ab (63.). Allerdings monierten die Gäste ein angebliches Handspiel des Torschützen. Die Enzer bekamen Oberwasser, wollten das Spiel drehen – wurden aber vom Schiedsrichter ausgebremst. Auch Lennart Faul musste nach lautstarken Forderungen der Gäste mit einer Ampelkarte vom Platz (76.). „Ich weiß gar nicht, warum ich die erste Verwarnung bekommen habe“, wunderte sich der Enzer Angreifer. „Lenni hat uns in der Schlussphase natürlich vorne gefehlt“, meinte Stapel, „zum Einstand kann ich mit dem Ergebnis leben.

SWE: Mücke, Blume, Schölzel, M. Schmidt, Faul, Horstmann, Steege, Schröder (88. Isaak), Kahlert, Pluta, Gottwald (40. Zeckel, 75. Serinek).

SVO: Özel, Mittmann, Gräber, Matz, Leberke (67. Franke), Rexhepi (58. Gödecke), Kartalkus, Brandhorst (90. Kultau), Paasch, Marzinowski, Baraczewski.uk

SZ   11.08.17   SVO als Odonkor-Besieger-Bezwinger?

Obernkirchen spielt beim starken Aufsteiger TuS SW Enzen / Heimspiele für VfR Evesen und VfL Bückeburg II

LANDKREIS. Es geht wieder los, die Saison 2017/18 kann beginnen. Im Gegensatz zum Vorjahr ist einiges anders in der Bezirksliga. Zum einen hat sich die Anzahl der Schaumburger Vertreter von sieben auf sechs verringert. Der SC Rinteln und der TSV Hagenburg sind in die Kreisliga abgestiegen, nur der TuS SW Enzen stieg auf, der SC Auetal scheiterte in der Relegation. Und zum anderen wurden die Schaumburger Teams von der Staffel 3 in die Staffel 2 verschoben. Das bedeutet viele unbekannte Gegner für die heimischen Bezirksligisten. Am 1. Spieltag gibt es gleich ein Derby, der Neuling aus Enzen empfängt den SV Obernkirchen.

TuS SW Enzen – SV Obernkirchen (So., 15 Uhr): Der Enzer Trainer Fabian Stapel muss seine Mannschaft nach dem überraschenden Erfolg im Bezirkspokal nicht auf den Teppich holen: „Das Spiel gegen den SVO wird eine ganz andere Kiste, und das wissen die Jungs auch. Gegen die Pyrmonter hat alles gepasst, das war keine alltägliche Leistung.“ Das Spiel gegen die Gelb-Schwarzen haben einen ganz anderen Charakter, so Stapel, der einen defensiv eingestellten Gegner erwartet.

Vieles ist neu beim SVO: Martin Prange und Giuseppe Inserra bilden das Trainergespann, 19 neue Spieler mussten in die erste und zweite Herrenmannschaft eingebaut werden. „Ich habe mein Stammpersonal im Kopf, sehe aber den Aufsteiger gegen uns klar in der Favoritenrolle“, meint Neucoach Prange. Der Sieg der Schwarz-Weißen im Bezirkspokal gegen den ambitionierten Landesligisten SpVgg. Bad Pyrmont mit Ex-Profi David Odonkor als Trainer sei eine Ansage gewesen. „Wir wollen über den Kampf zum Spiel finden und nach Balleroberung schnörkellos nach vorne spielen“, verrät Prange seine Marschroute. Bei einem Auswärtssieg winken nicht nur drei Punkte, dann könnte sich der SVO als Odonkor-Besieger-Bezwinger feiern lassen. Torben Wehmeyer fällt mit einem Bänderriss aus. seb, uk

August 2017