SZ   22.01.18   Auetal siegt, Obernkirchen jubelt

SCA gewinnt Extaler-Cup des SV Engern / SVO fährt als Zweiter zum Masters

Autor: Sebastian Blaumann, Redakteur Sport

RINTELN. Manchmal sind Titel nichts wert und ein zweiter Platz wird wie ein Turniersieg bejubelt. Die Fußballer des SC Auetal haben das Hallenturnier des SV Engern um den Extaler-Cup gewonnen und damit ihren Titel aus dem Vorjahr verteidigt. Trotzdem reichte es für das Team von Trainer Marco Gregor nicht zur Masters-Teilnahme. Darüber freute sich der Zweitplatzierte. 15 Sekunden vor Schluss erzielte Moritz Franke den 2:1-Siegtreffer für den SV Obernkirchen gegen den Gastgeber. Damit war das begehrte Ticket für das Mastersfinale gebucht. Dritter wurde der SC Rinteln vor dem TSV Eintracht Exten. Zum besten Keeper des Turniers wählte eine Jury Frederik Meier vom SV Engern, bester Spieler wurde Samer Mahmo vom SC Auetal und mit fünf Treffern holte sich Sebastian Wagner vom Turniersieger die Torjägerkanone ab.

Der Budenzauber des SV Engern war das letzte Qualifikationsturnier auf dem Weg zum Sparkassen-Mastersfinale am 28. Januar in der Obernkirchener Kreissporthalle. Die Karten waren gemischt, jeder Verein in der Endrunde wusste, welchen Platz er belegen musste, um zum Masters zu fahren. Das merkte man von der ersten Sekunde, die Spiele waren emotional, von Hektik geprägt, die Schiedsrichter hatten viel zu tun. Gabriel Müller und Tim Wieggrebe vom TSV Algesdorf zeigten gegen die Rintelner Marvin Deerberg und Emre-Can Kaptan nach Tätlichkeiten die Roten Karten und verhängten zudem einige Zeitstrafen.

Auf dem Weg zum Turniersieg blieb der SC Auetal ohne Niederlage. Nach drei vierten Plätzen war Trainer Marco Gregor nur froh, nicht wieder Vierter geworden zu sein: „Da wäre ich lieber Letzter geworden“, sagte er mit einem Lächeln im Gesicht. Nach dem Remis gegen den SV Obernkirchen folgte ein 2:1-Erfolg gegen den SC Rinteln. Zeitweise wurde mit drei gegen zwei gekickt. Der Schlüssel zum Turniergewinn war das 2:2 gegen den SV Engern. Die Auetaler hatten super Chancen, doch lagen durch ein Eigentor von Henrik Ebeling und den Treffer von Kai Moch mit 0:2 in Rückstand. Der SCA zeigte Moral und kam wenige Sekunden vor dem Ende durch Sebastian Wagner zum 2:2. „Dieser Punkt war wichtig für den Kopf, danach flutschte es“, freute sich Gregor. In der Tat: Der TSV Exten wurde mit 4:1 besiegt und der TSV Krankenhagen mit 5:0. Das Masters hat der SCA mit 12,9 Punkten trotzdem verpasst.

Der SV Obernkirchen schnappte sich das Mastersticket auf den letzten Drücker. Hätte der SVE die Partie gewonnen, dann wären die Hausherren beim Masters dabei gewesen. Fynn Marzinowski brachte die Obernkirchener 1:0 in Führung, Dennis Kirasic glich 40 Sekunden vor Schluss zum 1:1 aus. Moritz Franke kam als fünfter Feldspieler ins Spiel und markierte den umjubelten Siegtreffer. „Wir haben einen guten Tag erwischt. Es ist schön, dass sich die nicht vom Erfolg verwöhnte Mannschaft mit dem Mastersticket belohnt hat. Das gibt uns nach der Winterpause Selbstvertrauen für den Abstiegskampf in der Bezirksliga“, meinte SVO-Coach Martin Prange. Die Minimalisten des SVO patzen zuvor gegen den SC Rinteln mit 1:2, doch der knappe Sieg gegen den TSV Exten (1:0) spülte die Prange-Elf zurück ins Geschäft. Cotrainer Giuseppe Inserra kickte im Feld, Torwarttrainer Tobias Markowski stand zwischen den Pfosten. Fynn Marzinowski leistete sich den Fehlschuss des Turniers, als er gegen den TSV Exten aus 15 Metern das leere Tor nicht traf.

Fast hätte der SC Rinteln noch das Endrundenticket gelöst. Der SCR kam ganz schlecht ins Turnier, verlor gegen den TSV Exten und SC Auetal. Dann folgten aber drei Siege und wäre das Match zwischen dem SV Obernkirchen und SV Engern unentschieden ausgegangen, dann wäre das Team von Trainer Uwe Oberländer als Turnierzweiter zum Masters gefahren.

Der TSV Eintracht Exten befand sich nach drei Spielen und sieben Punkten auf dem Weg zum Turniersieg, doch dann erfolgte der Einbruch und die Spiele gegen den SVO (0:1) und SC Auetal (1:4) gingen verloren. Allerdings musste die Eintracht auf einige gute Hallenkicker wie Andreas Kramer und Matthias Appel verzichten und wurde Vierter.

Die beste Ausgangsposition hatte der SV Engern. Aber die Hausherren verzockten sich. Nach dem Auftakterfolg gegen den TSV Krankenhagen, folgte die Punkteteilungen gegen TSV Exten und SC Auetal. Gegen den SC Rinteln lag der SVE 0:2 zurück, spielte aber nach der Roten Karte gegen Kaptan vier Minuten mit fünf gegen drei, blieb aber ohne Torerfolg. Rintelns Feldspieler Noshkar Sharo stand nach dem Deerberg-Platzverweis im Spiel gegen den SC Auetal im SCR-Gehäuse und hielt überragend. Am Ende sprang für die Truppe von Trainer Wilhelm Sieker nur Platz fünf heraus.

Nach einer starken Vorrunde war der TSV Krankenhagen in der Endrunde nur Kanonenfutter und belegte ohne Punkte den letzten Tabellenplatz.

SZ   08.01.18   VfR Evesen düpiert die Konkurrenz

Bezirksligist gewinnt den Renault-Matz-Pokal / Vorrunden-Aus für VfL Bückeburg

Autor: Jörg Bressem

OBERNKIRCHEN. Drei Wochen vor dem großen Masters-Finale hat der Renault-Matz-Pokal des SV Obernkirchen einen Vorgeschmack auf die Stimmung im Endrundenturnier gegeben. Auch gestern war in der Inszenierung alles enthalten: Bejubelte Tore, prickelnde Emotionen und Tumulte, allerdings gemäßigter Natur. Nur die spielerischen Elemente, die kamen teilweise zu kurz. Der souveräne Turniersieger VfR Evesen bildete mit seiner Fußballästhetik eine rühmliche Ausnahme. Auch der Turnierzweite FSG Pollhagen-Nordsehl-Lauenhagen war phasenweise schöpferisch unterwegs. Als überraschender Dritter ging der TSV Steinbergen mit dem besseren Torverhältnis gegenüber den Gastgebern vom SV Obernkirchen ins Ziel.

Filigrantechniker Burak Buruk war mit acht Turniertreffern nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ der erfolgreichste Torschütze. Frederik Meier vom SV Engern wurde schon zum zweiten Mal zum besten Torwart eines Masters-Turniers gewählt. Die Halle in Obernkirchen ist seine bevorzugte Bühne.

Der VfR Evesen spielte eine verlustpunktfreie Vorrunde und qualifizierte sich derart souverän, dass er als hoher Favorit in die Endrunde einzog. Zwar traf er gestern auf mehr Widerstand, blieb aber konsequent dabei, sich seine Tore wie ein Feinschmecker sauber zu filetieren. Am Ende wurde Evesen ohne jeden Punktverlust Turniersieger. Hinter Buruk war Caglayan Tunc mit sechs Treffern der zweitbeste Torschütze des Bezirksligisten.

Auch der Kreisligazweite FSG Pollhagen-Nordsehl-Lauenhagen wurde den Erwartungen gerecht. Gestern war Alexander Wellschmidt mit sechs Toren der beste Torschütze und herausragende Spieler. Selbst bei der Niederlage gegen den VfR Evesen leistete Michael Treichels Mannschaft lange Zeit erfolgreich Widerstand. Die einzig wirkliche Schwäche war die Niederlage gegen Steinbergen.

Dem TSV Steinbergen gelang mit dem 1:0-Sieg gegen den VfL Bückeburg am Sonnabend ein überraschender Qualifikationsauftakt. Weil der Kreisligist am Ende aber nur als bester Tabellendritter in die Endrunde einzog, startete er als Außenseiter in den Sonntag. Nach zwei Spielen ohne eigenen Treffer kam er beim 2:0-Triumph gegen die FSG Pollhagen-Nordsehl-Lauenhagen aber plötzlich auf Betriebstemperatur, vor allem dank des beweglichen Krystian Wachta, der drei der vier Tore schoss.

Der SV Obernkirchen hatte sich am Sonnabend sehr überzeugend für die Endrunde qualifiziert. Gestern aber enttäuschte die Mannschaft von Trainer Martin Prange, nicht kämpferisch, aber spielerisch. Mit dem 3:2-Sieg gegen Steinbergen durch das Tor von Phillip Gräber vier Sekunden vor Schluss setzten die Hausherren aber zumindest einen bejubelten Schlusspunkt unter den Turnierverlauf.

Der SV Engern ging als Gruppenzweiter aus der Vorrunde hervor. Wichtigster Erfolg des Kreisliganeunten war der knappe, aber verdiente 1:0-Sieg gegen die SG Liekwegen-Sülbeck. Gestern war die Mannschaft von Wilhelm Sieker hinten zwar gut organisiert, vorne aber zu ideen- und torlos. Als gegen den VfR Evesen durch Mario Cimino eine Sekunde nach der Schlusssirene der vermeintliche 1:1-Ausgleich fiel, hatte Schiedsrichter Tim Wieggrebe vom TSV Algesdorf alle Hände voll zu tun, eine Rudelbildung beträchtlichen Ausmaßes zu entflechten. Insgesamt leitete er die Spiele aber ebenso sicher wie sein Kollege Elvir Hajdaraj vom TuS Jahn Lindhorst.

Die Qualifikationsrunden am Sonnabend verliefen ohne ganz große Überraschungen, wenn man vom Ausscheiden des VfL Bückeburg absieht. Es war zu spüren, dass der Landesligist mit der Qualifikation für die Masters-Endrunde sein übergeordnetes Ziel bereits erreicht hatte. Dass ihm in der Gruppe B aber mit dem 5:0 gegen den überforderten Kreisklassenspitzenreiter TuS Germania Apelern nur ein einziger Sieg gelang, war genauso wie die 1:4-Pleite gegen den Rivalen VfR Evesen am Rande der Peinlichkeit. In der Gruppe A blieben der FC Hevesen und der TSV Ahnsen erwartungsgemäß auf der Strecke. Die SG Liekwegen-Sülbeck schied als schlechterer Tabellendritter ein wenig unglücklich aus.

Januar 2018