SZ   07.03.17   SV Obernkirchen stellt den Anschluss her

Fußball: 2:1-Erfolg im Bezirksliga-Kellerduell gegen den TSV Hagenburg

OBERNKIRCHEN. Der TSV Hagenburg ließ sich absolut nichts anmerken. Dass das Kellerduell beim SV Obernkirchen das vielleicht wichtigste Spiel der Saison ist und dass es wahrscheinlich die letzte Rettungsmöglichkeit darstellt. Die Tabelle lügt halt doch nicht. Hagenburg spielte wie ein Tabellenletzter, während Obernkirchen mit dem gestrige 2:1-Erfolg einen wichtigen und einen hochverdienten Sieg landete.

„Wir haben alles richtig gemacht“, freute sich SVO-Trainer Oliver Nerge, der nicht Unrecht hatte, als er feststellte, dass der Sieg eigentlich deutlicher hätte ausfallen müssen. Sein Kollege Felix Dyck war dagegen ziemlich konsterniert. „Wir haben Fehler gemacht und wir haben es uns dadurch schwer gemacht“, ärgerte er sich. Schwer machten es sich die Gäste auch deshalb, weil sie vorne zu wenig unternahmen. Der Trainingsrückstand von Michael Huntemann war im Hüftbereich abzulesen, während Oguzhan Mun Antrieb und Entschlossenheit fehlten. Obernkirchen war mit dem zweifachen Torschützen Jan Köpper und mit Julian Talat im Angriff qualitativ deutlich besser ausgestattet.

Sie waren es auch, die in der 15. Minute bei der 1:0-Führung kooperierten. Talats verunglückter Torschuss wurde zur idealen Flanke für Köpper, der den Ball direkt nahm. Der Hagenburger Ausgleich in der 38. Minute schlug ähnlich überraschend ein, wie ein Meteorit aus fernen Welten. Serkan Özdemir zirkelte den Ball kunstvoll zum 1:1 in den Winkel. Es war der erste Torschuss der Gäste.

Durch die Pause änderte sich am Spielgeschehen überhaupt nichts. Der SV Obernkirchen spielte plausibel nach vorne, während der TSV Hagenburg schüchtern blieb und sich hinten Entgleisungen erlaubte. So wie in der 56. Minute, als das Schlusslicht Köppers 2:1-Hammer mit einem Fehltritt unfreiwillig vorbereitete. Das Spiel der Platzherren war sicher nicht hochklassig, ging aber in Ordnung. Mängel gab es allenfalls in der Chancenverwertung, wie zum Beispiel in der 84. Minute. Patrick Mittmanns bildschöner 18-Meter-Freistoß krachte an die Latte, den Nachschuss setzte Chris Hope übereilt in den Fangzaun. Aus dem insgesamt mittelmäßigen Spiel ragte am Ende nur einer heraus – Schiedsrichter Anton Ushakov aus Hannover, der das Spiel in ganz individueller Art souverän leitete.

SVO: Hartmann, Sadra, Rexhepi (73. Watermann), Hagen, Hope, Wist, Talat (90. Matz), Mittmann, Wehmeyer, Kummert, Köpper.

TSV: Beißner, Trepte, Pape, Bruns, Özdemir, Huntemann, Schauss (72. Haßlöcher), Fieberg, Mun (80. Woelke), Walter, Deschka (72. Kowal).

Autor: Jörg Bressem

SZ   09.03.17   Stork und Kummert zurück zum VfR Evesen?

Fußball: Interview mit Obernkirchens Alexander Kummert

OBERNKIRCHEN. Alexander Kummert ist im Nachwuchs des VfL Bückeburg groß geworden, das ist ihm anzumerken. Der 22-Jährige versucht, seine Defensivaufgaben spielerisch zu lösen. Im Herrenbereich spielte er zunächst beim VfR Evesen, ehe er nach einem Jahr zum SV Obernkirchen wechselte, mit dem er in der Bezirksliga im Abstiegskampf am vergangenen Sonntag einen wichtigen Derbysieg gegen den TSV Hagenburg landete.

War das 2:1 der Beginn einer Aufholjagd?

Ich empfand uns als sehr dominierend, wir fühlen uns durch den Auftaktsieg bestätigt und wurden in der Saison oft unter Wert geschlagen, deshalb bin ich für die nächsten Wochen zuversichtlich. Als Team sind wir stark, deshalb macht mir der Fußball beim SV Obernkirchen auch viel Spaß.

Trotzdem soll es Abwanderungsideen geben. Christoph Stork kehrt dem Vernehmen nach zum VfR Evesen zurück. Kommt das für Sie auch in Betracht?

Es gab Kontakte, so viel kann ich bestätigen. Es werden vielleicht noch weitere Gespräche folgen. Aber ich werde wohl beim SV Obernkirchen bleiben. Das hängt natürlich auch vom Klassenerhalt ab.

Warum kam es damals überhaupt zum Wechsel nach Obernkirchen?

Erstens war die Konkurrenz beim VfR Evesen sehr stark und zweitens spielten Freunde beim SV Obernkirchen, die mich überredeten. Ich bin ein Typ, der Gemeinschaft spüren muss, deshalb fühlte ich mich beim SV Obernkirchen besser aufgehoben.

Der Wechsel von Martin Prange vom VfL Bückeburg zum SV Obernkirchen hat viele Beobachter überrascht. Sie auch?

Schon, aber dann habe ich mich gefreut. Ich kenne Martin Prange, wir verstehen uns sehr gut. Es gab immer mal wieder Anfragen, mich zu einer Rückkehr zum VfL Bückeburg zu bewegen. Der SV Obernkirchen hat mit ihm einen guten Fang gemacht und auch er selbst wird sicher gute Gründe für die Perspektivveränderung haben.

Interview: Jörg Bressem

SZ   13.03.17   Fleißiger Punktesammler

Fußball: SV Obernkirchen spielt 1:1 gegen den Tabellendritten SC Hemmingen-Westerfeld

Autor: Jörg Bressem

OBERNKIRCHEN. Frühling über dem Ochsenbruch. Während die Konkurrenz noch im Winterschlaf ist, sammelt der SV Obernkirchen fröhlich Punkte. Nach dem Sieg in der Vorwoche gelang gestern ein 1:1-Unentschieden gegen den starken Tabellendritten SC Hemmingen-Westerfeld.

„Mich hat besonders gefreut, wie wir nach dem 0:1 zurückgekommen sind“, meinte SVO-Trainer Oliver Nerge. Mit ein wenig mehr Glück hätte seine Mannschaft in der zweiten Halbzeit sogar eine Sensation schaffen können. Von dieser Leidenschaft war vor der Pause bei beiden Mannschaften allerdings nur wenig zu sehen. Während sich die Akteure in der Region des Mittelkreises ohne jeglichen Raumgewinn bearbeiteten, hatten die Zuschauer Gelegenheit, darüber zu debattieren, warum bei herrlichstem Sonnenschein andernorts kaum Spiele stattfinden. Die Bilanz der ersten 45 Minuten: Sowohl der Fußball als auch die Diskussionen blieben ohne jeglichen Erkenntnisgewinn.

Nach der Halbzeit war neue Inspiration spürbar, zumindest auf dem Platz. Das Spiel wurde lebendiger, wohl auch deshalb, weil Obernkirchen nach dem 0:8-Hinspieltrauma endlich den Respekt vor den Gästen ablegte und vorne mehr unternahm. In der 52. Minute die erste große Chance der Platzherren: Julian Talat kam plötzlich frei zum Kopfball, konnte den Ball aber nicht mehr platzieren, deshalb landete er in den Armen von Gästetorwart Karsten Rump. Als der SC Hemmingen-Westerfeld in der 60. Minute mit dem Kopfball von Julian Zalustowski mit 1:0 in Führung ging, schienen die spielerisch leicht überlegenen Gäste auf einen Sieg hinzusteuern. Bei dem Treffer sah SVO-Torwart Christoph Stork nicht gut aus. „Die Ecke hätte er erwischen müssen“, fand auch Obernkirchens Torwartlegende „Spatz“ Seifert.

Das Gegentor half aber, den SV Obernkirchen zu beflügeln, der jetzt seine stärkste Phase hatte. Beim Ausgleichstreffer in der 75. Minute konnten sich die Gastgeber auch bei Schiedsrichter Volker Mende aus Hannover bedanken, der bei einem elfmeterreifen Foul von Rump an Talat auf Vorteil erkannte. Die Flanke kam trotz des üblen Remplers herein, Jan Köpper stand am langen Pfosten goldrichtig und bugsierte den Ball zum 1:1 ins Tor.

SVO: Stork, Sadra (69. Watermann), Gräber, Hagen, Hope (64. Rexhepi), Wist, Talat, Mittmann, Wehmeyer, Kummert, Köpper (90. Rethmeier).

März 2017