SZ   13.11.17   Zu berechenbar

Ein engagierter SV Obernkirchen unterliegt der SG Letter 05 mit 0:2

Autor: Jörg Bressem

OBERNKIRCHEN. Der Fußball des SV Obernkirchen ist derzeit so unvollständig wie Pisa ohne seinen Turm oder eine Schwarzwälder Torte ohne Kirsche. Leidenschaft, Wille und auch das spielerische Zusammenwirken gehen beim Bezirksligisten völlig in Ordnung. Aber es fehlen so prägnante Zutaten wie Stürmer, Tore und Punkte. „Die Mannschaft tut mir wirklich leid“, sagte Trainer Martin Prange nach dem 0:2 gegen die SG Letter 05.

„Ich würde meckern, wenn wir Packungen kassieren würden. Aber so?“ Im Grunde konnte er seiner Mannschaft tatsächlich keine großen Vorwürfe machen. Sie hatte das Spiel bestimmt, sie hatte nichts unversucht gelassen, sie hatte viel investiert und keine großen Fehler gemacht. Letter präsentierte das erfolgreiche Gegenmodell. Die Gäste gewannen das Spiel mit einer Führung aus heiterem Himmel und einem Konter, als beim SVO die Kräfte langsam nachließen. Der Verlauf war so ungerecht wie das Leben. Einer bemüht sich, kommt aber zu nichts. Einem anderen fällt der Erfolg zu.

Das fing schon in der ersten Halbzeit an, als der SVO zwar 70 Prozent Ballbesitz hatte und auf dem tiefen Boden des Ochsenbruches durchaus ansehnliche Angriffe vortrug, aber Letter zur Pause durch den unvermittelten 22-Meter-Schuss von Marc Lorente aus der 24. Minute mit 1:0 in Führung lag. Irgendetwas fehlte bei den Platzherren immer. Mal rutschte Maik Rethmeier weg, mal war das letzte Abspiel von Yannik Brandhorst zu ungenau, mal schaffte es Philipp Gräber nicht, den Ball freistehend aus sechs Metern an Torwart Joram Sbrisny vorbei zu bugsieren.

In der zweiten Halbzeit wurde es noch grauenhafter, nicht nur wegen des Dauerregens. Die Angriffe des SVO kamen so regelmäßig und berechenbar wie Wellen, prallten aber an der unaufgeregten Abwehr der Gäste ab. Unter den Augen seines ehemaligen Torjägers Jan Köpper waren die Platzherren nicht in der Lage, dem Bollwerk zumindest punktuellen Schaden zuzufügen. Rethmeier vergab mit seinem Flugkopfball in der 61. Minute die beste Ausgleichsmöglichkeit. Als aller Fleiß zu nichts führte, als auch Pranges ständige Aufmunterungen nicht mehr halfen, da entschied Letter in der 79. Minute mit einem Konter das Spiel. Can Günay schob den Ball zu Christian Kolter – das 2:0 der Gäste war ein Triumph des Minimalismus.

SVO: Özel, Gräber, Matz, Rexhepi, Brandhorst (80. Battaglia), Gödecke, Mittmann, Kartalkus (60. Baraczewski), Marzinowski, Rethmeier (70. Leberke), Paasch.

SZ   01.11.17   Trübe Körpersprache

DAVENSTEDT. Am vergangenen Sonntag zeigte der SV Obernkirchen, wie es funktionieren kann. Wenn er über Kampf und Laufbereitschaft kommt, haben selbst hochklassige Gegner Probleme. Davon war gestern aber nichts zu sehen. Der SVO ging beim Bezirksliga-Tabellenvierten TuS Davenstedt mit 1:6 unter.

„Das ging völlig in Ordnung“, meinte Co-Trainer Giuseppe Inserra. „Wir fanden nicht ansatzweise ins Spiel.“ Dabei hatte es gar nicht schlecht für den SV Obernkirchen begonnen, als der abgefälschte Schuss von Nazar Adsiz in der 27. Minute plötzlich im Tor lag und die Gäste mit 1:0 führten. Doch es war abzusehen, dass es dabei nicht bleiben würde. Davenstedt war überlegen, war griffiger und glich durch Fabian Pietler noch vor der Pause aus (34.). Nach der Halbzeit zogen die Platzherren auf dem heimischen Platz am Geveker Kamp gnadenlos davon. Nico Tsitouridis war bei seinem 2:1 ebenfalls völlig ungedeckt (50.) und als Paul Lange auf 3:1 erhöhte (55.), war allein an der trüben Körpersprache der Gäste zu spüren, dass dieses Spiel hoch verloren gehen wird. Pietler (65.), Mustafa Ghadbouni (75.) und Torjäger Tolgahan Davran (90.) sorgten für den 6:1-Endstand.

SVO: Özel, Sadra (50. Paasch), Gräber (55. Battaglia), Matz, Rexhepi, Brandhorst, Adsiz, Gödecke (75. Baraczewski), Mittmann, Marzinowski, Rethmeier.jö

November 2018